Wissenswertes über Südtirol & seinen Wein
Südtirol gehört zu den kleinsten Weinregionen Italiens – und zugleich zu den vielfältigsten. Alpine Höhenlagen treffen auf mediterrane Einflüsse, unterschiedlichste Böden auf rund 20 Rebsorten. Hier finden Sie die wichtigsten Zahlen und Fakten zu Südtirol und seinem Weinbau kompakt und verständlich zusammengefasst.
Südtirol auf einen Blick
Wo liegt Südtirol?
Südtirol liegt im äußersten Norden Italiens und grenzt an Österreich und die Schweiz. Die autonome Provinz gehört gemeinsam mit dem Trentino zur Region Trentino-Südtirol. Hauptstadt und größte Stadt ist Bozen.
Wie groß ist Südtirol und wie viel davon ist besiedelbar?
Südtirol umfasst rund 7.400 km². Berge, Wälder, Felsen, Gletscher, Schutzgebiete und landwirtschaftliche Flächen prägen den größten Teil des Landes. Nach Angaben der Südtiroler Landesverwaltung stehen nur ungefähr 4 % der Gesamtfläche effektiv als erschließbarer Siedlungsraum zur Verfügung.
Wie viele Menschen leben in Südtirol?
Zum 31. Dezember 2025 hatte Südtirol 542.134 Einwohner. Die Bevölkerung konzentriert sich stark auf die vergleichsweise kleinen nutzbaren Tal- und Siedlungsflächen.
Welche Sprachen werden in Südtirol gesprochen?
Deutsch, Italienisch und Ladinisch prägen Südtirol. Bei der amtlichen Sprachgruppenzählung 2024 entfielen 68,61 % auf die deutsche, 26,98 % auf die italienische und 4,41 % auf die ladinische Sprachgruppe.
Die Verteilung ist regional sehr unterschiedlich: Deutsch dominiert in weiten Teilen des ländlichen Raums, Italienisch ist insbesondere in Bozen stärker vertreten, Ladinisch vor allem in Gröden und im Gadertal.
Weinland Südtirol
Wie groß ist die Rebfläche Südtirols?
Südtirol Wein nennt aktuell rund 5.860 Hektar Anbaufläche. Die amtliche Weinbaukartei weist zum 30. Dezember 2025 exakt 5.878 Hektar bepflanzte Rebfläche aus.
Damit entfallen auf Südtirol weniger als ein Prozent der gesamten italienischen Weinbaufläche.
Wie viel Wein wird in Südtirol produziert?
Im Jahr 2025 wurden aus Südtiroler Trauben insgesamt 329.511 Hektoliter Wein erzeugt. Die Menge liegt damit ungefähr im Bereich des langjährigen Durchschnitts.
Wie viele Weinbauern gibt es in Südtirol?
Rund 4.800 Weinbauern bewirtschaften Südtirols Rebflächen. Die durchschnittliche Fläche liegt bei nur ungefähr einem Hektar je Betrieb. Der Weinbau ist deshalb außergewöhnlich kleinstrukturiert.
Wie viele Kellereibetriebe gibt es in Südtirol?
Aktuell werden rund 263 Kellereibetriebe ausgewiesen. Dazu gehören große Genossenschaftskellereien, private Weingüter und kleine, selbstvermarktende Weinbaubetriebe.
Wie hoch ist der DOC-Anteil bei Südtiroler Wein?
Südtirol besitzt einen außergewöhnlich hohen Anteil an Weinen mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung. Das Konsortium Südtirol Wein nennt aktuell einen DOC-Anteil von rund 96 % an der Produktion.
Für das konkrete Produktionsjahr 2025 weist die amtliche Statistik 93,4 % DOC-Wein aus. Die beiden Angaben beruhen auf unterschiedlichen statistischen Betrachtungen.
Wie viele Flaschen Südtiroler Wein werden jährlich abgefüllt?
Das Konsortium Südtirol Wein nennt aktuell eine Jahresmenge von rund 40 Millionen Flaschen Wein. Zusätzlich entstehen etwa 600.000 Flaschen Sekt nach klassischer Methode.
Rebsorten in Südtirol
Wie verteilen sich Weißwein und Rotwein in Südtirol?
Heute ist Südtirol überwiegend Weißweinland: Rund 65 % entfallen auf Weißwein und 35 % auf Rotwein. Die amtliche Weinbaukartei weist Ende 2025 einen Anteil weißer Rebsorten von 65,54 % der bepflanzten Fläche aus.
Welche Rebsorten werden in Südtirol angebaut?
Auf der kleinen Rebfläche Südtirols wachsen rund 20 verschiedene Rebsorten.
Wichtige weiße Sorten sind unter anderem Pinot Grigio, Chardonnay, Weißburgunder, Gewürztraminer, Sauvignon, Müller-Thurgau, Kerner, Riesling und Sylvaner.
Wichtige rote Sorten sind Blauburgunder, Lagrein, Vernatsch, Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc.
Welche Rebsorte besitzt derzeit die größte Rebfläche?
Laut Weinbaukartei 2025 liegt Pinot Grigio beziehungsweise Ruländer mit rund 717 Hektar an der Spitze. Es folgen Chardonnay mit rund 694 Hektar, Blauburgunder mit rund 622 Hektar, Weißburgunder mit rund 613 Hektar und Gewürztraminer mit rund 612 Hektar.
Welche Rebsorten gelten als typisch für Südtirol?
Besonders eng mit Südtirol verbunden sind die roten Sorten Vernatsch und Lagrein. Vernatsch prägt klassische Herkünfte wie St. Magdalena und den Kalterer See, während Lagrein insbesondere rund um Bozen und Gries eine lange Tradition besitzt.
Was hat Gewürztraminer mit dem Ort Tramin zu tun?
Der Name Gewürztraminer ist historisch eng mit dem Südtiroler Weinort Tramin verbunden. Die genaue botanische Herkunft der Sorte ist komplex, doch die jahrhundertealte Verbindung von Tramin und Traminer hat den Namen der Rebsorte weltweit geprägt.
Klima, Höhenlagen & Böden
In welchen Höhenlagen wächst Südtiroler Wein?
Südtirols Weinberge reichen von etwa 200 bis 1.000 Meter über dem Meer. Diese enorme Höhenspanne auf kleiner Fläche schafft sehr unterschiedliche Bedingungen für Rebsorten und Weinstile.
Was bedeutet das alpin-mediterrane Klima Südtirols?
Aus dem Süden erreichen warme mediterrane Einflüsse das Land, während die Alpen Südtirol nach Norden abschirmen und zugleich für alpine Einflüsse und kühlere Nächte sorgen. Dieses Zusammenspiel ist eine der Besonderheiten des Südtiroler Weinbaus.
Warum sind kühle Nächte für die Weine wichtig?
Die teilweise großen Unterschiede zwischen warmen Tagen und kühlen Nächten können dazu beitragen, dass die Trauben trotz guter Reife ihre Säure und aromatische Frische bewahren. Dies prägt besonders viele Weißweine und Blauburgunder aus höheren Lagen.
Welche Böden gibt es in Südtirols Weinbergen?
Die geologische Vielfalt ist außergewöhnlich. Je nach Gebiet finden sich unter anderem Porphyr, Kalk, Dolomit, Schiefer, Gneis, Granit, Moränenschotter sowie sandige und lehmige Böden.
Boden, Höhenlage, Exposition, Klima, Rebsorte und die Arbeit des Winzers wirken dabei gemeinsam und bilden das Terroir eines Weines.
Die Herkunft des Weines
Welche Weinregionen gibt es in Südtirol?
Für unsere Auswahl bei Selektion Südtirol gliedern wir das Weinland in sieben charakteristische Weinregionen:
- Überetsch
- Unterland
- Bozen & Umgebung
- Terlan
- Meran & Umgebung
- Eisacktal
- Vinschgau
Die Gebiete unterscheiden sich teils deutlich hinsichtlich Klima, Höhenlage, Boden und typischer Rebsorten.
Wie viele offiziell anerkannte Weinlagen gibt es in Südtirol?
Südtirol besitzt 86 offiziell anerkannte Lagen, sogenannte UGA – zusätzliche geografische Einheiten. Ab dem Jahrgang 2024 dürfen entsprechend qualifizierte Südtirol-DOC-Weine den Namen einer dieser Lagen auf dem Etikett tragen.
Welche Regeln gelten für einen Südtiroler Lagenwein?
Die Trauben eines offiziellen Lagenweines müssen vollständig aus der angegebenen Lage stammen. Für jede der 86 Lagen sind höchstens fünf besonders geeignete Rebsorten festgelegt, und die zulässige Erntemenge wird gegenüber den normalen DOC-Vorgaben um bis zu 25 % reduziert.
Woran erkennt man einen offiziellen Südtiroler Lagenwein?
Neben dem Namen der anerkannten Lage trägt der Wein ein eigenes Lagenpiktogramm. Es verbindet eine stilisierte Traube mit einem Geotag und kennzeichnet die Herkunft aus einer der 86 geschützten geografischen Einheiten.
Weingüter, Kellereien & Genossenschaften
Wie ist die Südtiroler Weinwirtschaft organisiert?
Südtirols Weinwirtschaft wird von drei Betriebsformen geprägt:
- 12 Genossenschaftskellereien – rund 70 % der Gesamtmenge
- 32 private Weingüter – rund 25 %
- 109 Freie Weinbauern – rund 5 %
Alle drei Betriebsformen sind Teil der Südtiroler Weinlandschaft und können Weine auf sehr hohem Qualitätsniveau hervorbringen.
Warum spielen Genossenschaftskellereien in Südtirol eine so große Rolle?
Viele Südtiroler Weinbauern bewirtschaften nur sehr kleine Rebflächen. Genossenschaftskellereien bündeln deren Trauben, Know-how, Kellertechnik und Vermarktung. Dadurch können auch sehr kleine Familienbetriebe Teil professioneller und qualitätsorientierter Weinproduktion sein.
In Südtirol ist „Genossenschaft“ deshalb keineswegs ein Synonym für einfachen Wein: Einige der renommiertesten und höchstbewerteten Weine des Landes stammen aus Genossenschaftskellereien.
Was sind die Freien Weinbauern Südtirols?
Freie Weinbauern bewirtschaften ihre Weinberge eigenständig und keltern, füllen und vermarkten ihre Weine selbst. In der aktuellen Struktur von Südtirol Wein werden 109 Freie Weinbauern ausgewiesen, die zusammen etwa fünf Prozent der Weinmenge erzeugen.
Was macht Südtiroler Wein besonders?
Warum besitzt Südtirol trotz seiner kleinen Rebfläche eine so große Weinvielfalt?
Auf weniger als einem Prozent der italienischen Weinbaufläche treffen rund 20 Rebsorten, Weinberge zwischen 200 und 1.000 Metern, unterschiedlichste Gesteins- und Bodentypen sowie alpine und mediterrane Klimaeinflüsse aufeinander.
Genau diese Kombination ermöglicht auf kleinstem Raum eine bemerkenswerte Bandbreite: von kühlen, präzisen Bergweinen über aromatische Weißweine bis zu charaktervollen, kräftigen Rotweinen.
Autonome Provinz Bozen – Südtirol · Landesinstitut für Statistik ASTAT · Amt für Obst- und Weinbau / Weinbaukartei Südtirol · Konsortium Südtirol Wein · Selektion Südtirol