Südtirol auf einem Blick

  • Lage: nördlichste Provinz Italiens
  • Fläche: 7.400 km² (ungefähr achtmal Berlin)
  • Davon dauerhaft besiedelbar: ca. 6 %
  • ca. 94 %: Berge, Felsen, Landwirtschaft, Wälder, Almen
  • Einwohner: rund 539.000 (ungefähr wie Hannover)
  • Bevölkerungsdichte: ca. 73 Einwohner pro km² (Deutschland: 236 Einwohner pro km²)
  • Gemeinden: 116
  • Bezirksgemeinschaften: 8
  • Hauptstadt: Bozen
  • Amtssprachen: Deutsch, Italienisch, Ladinisch

Größte Städte

  • Bozen: ca. 108.000 Einwohner
  • Meran: ca. 42.000 Einwohner
  • Brixen: ca. 23.000 Einwohner
  • Leifers: ca. 19.000 Einwohner
  • Bruneck: ca. 17.000 Einwohner

Flüsse

  • Etsch – wichtigster Fluss Südtirols und Namensgeber von „Alto Adige“
  • Eisack
  • Rienz
  • Passer
  • Talfer

Sprachgruppen

  • Deutschsprachig: ca. 58 %
  • Italienischsprachig: ca. 23 %
  • Ladinischsprachig: ca. 4 %
  • Weitere Sprachen: ca. 15 %

Besonderheit: Die Sprachgruppen sind regional sehr unterschiedlich verteilt. In ländlichen Gebieten und Tälern dominiert meist die deutschsprachige Bevölkerung, während in den größeren Städten – insbesondere Bozen – die italienischsprachige Bevölkerung stärker vertreten ist. In den Dolomitentälern rund um Gröden und Gadertal wird zusätzlich Ladinisch gesprochen.

Weitere Fakten

Südtirol ist eine autonome Provinz Italiens und zählt zu den wohlhabendsten und wirtschaftlich stärksten Regionen des Landes. Die Autonomie ermöglicht eigene Regelungen unter anderem in den Bereichen Schule, Kultur, Wirtschaft und Landwirtschaft.

Landschaft und Klima

  • Rund 80 % der Fläche bestehen aus Gebirge
  • Nur etwa 6 % der Fläche sind dauerhaft besiedelbar
  • Höchster Berg: Ortler, 3.905 m
  • Wichtigster Fluss: Etsch
  • Über 300 Sonnentage pro Jahr in vielen Weinlagen

Südtirol verbindet alpine Landschaft mit mediterranem Klima. Während in höheren Lagen kühle Nächte und frische Luft herrschen, ist das Klima in den Tälern rund um Bozen, Kaltern oder Tramin fast mediterran.

Die Weinregion auf einem Blick

  • Rebfläche: rund 5.400 Hektar
  • Jahresproduktion: 330.000–350.000 Hektoliter
  • Anteil an Italiens Rebfläche: ca. 0,7 %
  • DOC-Anteil: über 98 %
  • Weinbaubetriebe: rund 5.000
  • Durchschnittliche Betriebsgröße: ca. 1,1 Hektar
  • kleinere Kellereien und private Weingüter: ca. 160–170
  • Durchschnittsertrag: 60–65 hl/ha

Südtirol ist damit eine der kleinsten Weinregionen Italiens – zugleich aber jene mit dem höchsten Anteil an DOC-Weinen.

Höhenlagen und Klima

  • Weinbau zwischen 200 und über 1.000 Metern Seehöhe
  • Temperaturunterschied zwischen den Weinlagen: über 10 °C
  • Rund 60 % der Rebflächen liegen in Hanglagen
  • Viele Weinberge können nur in Handarbeit bewirtschaftet werden

Die Kombination aus alpinem Klima und mediterranen Einflüssen sorgt für frische, mineralische und strukturierte Weine.

Rebsorten

In Südtirol werden mehr als 20 Rebsorten angebaut.

Verteilung der Rebfläche

  • Weißweine: ca. 60 %
  • Rotweine: ca. 40 %

Wichtigste weiße Rebsorten

  • Weißburgunder
  • Chardonnay
  • Grauburgunder
  • Sauvignon Blanc
  • Gewürztraminer

Wichtigste rote Rebsorten

  • Vernatsch
  • Lagrein
  • Blauburgunder
  • Merlot
  • Cabernet Sauvignon

Die wichtigsten Weinbaugebiete

  • Überetsch: Kaltern, Eppan
  • Unterland: Tramin, Kurtatsch, Neumarkt
  • Raum Bozen: St. Magdalena, Gries
  • Terlan
  • Meran
  • Eisacktal
  • Vinschgau

Böden

Innerhalb weniger Kilometer wechseln die Bodenarten deutlich:

  • Porphyr
  • Kalk
  • Dolomit
  • Schiefer

Typische Auswirkungen:

  • Porphyr: würzige, mineralische Weine
  • Kalk und Dolomit: frische, elegante Weine
  • Wärmere Böden: kräftigere Rotweine
  • Höhere, kühlere Lagen: mineralische Weißweine

Weinlagen

  • Anerkannte Lagen: 86
  • Die 86 Lagen dürfen seit dem Jahrgang 2024 offiziell auf dem Etikett angegeben werden.
  • Für Lagenweine gelten strengere Vorgaben: geringere Erträge und klar definierte Rebsorten je Lage.

Struktur der Weinwirtschaft

  • Rund 70 % der Produktion stammen aus den 12 großen Genossenschaftskellereien
  • Rund 25 % aus privaten Weingütern und kleineren Kellereien
  • Rund 5 % von freien Weinbauern

konkret heißt das:

  • Rund 3.200 Winzerfamilien liefern an die 12 großen Genossenschaftskellereien und erzeugen gemeinsam etwa 70 % des Südtiroler Weins.
  • Weitere rund 1.600 Weinbauern liefern an private Weingüter und kleinere Kellereien oder vermarkten ihre Weine teilweise selbst.
  • Nur ein kleiner Teil dieser Gruppe (ca. 100) zählt zu den "Freien Weinbauern", die ihren Wein vollständig selbst keltern, abfüllen und verkaufen.

Anders als z.B. in Deutschland stammen viele der absoluten Spitzenweine aus renommierten Südtiroler Kellereien.

Abfüllung

  • Jährlich werden rund 45–47 Millionen Flaschen Wein abgefüllt.
  • Zusätzlich werden etwa 1 Million Flaschen Südtiroler Sekt produziert.

Export

Wichtigste Absatzmärkte:

  1. Deutschland
  2. Italien
  3. Schweiz
  4. Österreich
  5. USA

Mehr als 80 % der gesamten Abfüllmenge entfallen auf die 19 größten Produzenten.

Quellen
  • Autonome Provinz Bozen – Südtirol: provinz.bz.it
  • Landesinstitut für Statistik ASTAT: astat.provinz.bz.it
  • Konsortium Südtirol Wein: suedtirolwein.com
  • Handelskammer Bozen / Kontrollstelle Wein: handelskammer.bz.it
  • Selektion Südtirol: selektion-suedtirol.de